Zuckerbrot und Peitsche

Der Keks hat gerade eine starke „Mama“-Phase. Das meiste muss ich für und mit ihr machen, denn es heißt stets: „Mama macht das.“ Mama macht das dann auch und kümmert sich. Zwischendurch sucht der Keks auch viel Körperkontakt „Mama Arm“, kuschelt kurz und löst sich dann wieder. Das ist sehr schön und so grooven wir uns oft durch den Nachmittag. Ich genieße diese Zuneigung und Nähe sehr.

Allerdings hat auch diese Medaille ihre Kehrseite und so bin ich auch diejenige, die dann gehauen wird, wenn es Differenzen zwischen uns gibt. Zum Beispiel, wenn ich eine andere Meinung zum Thema Zähneputzen, Eis essen, ‚Maus gucken‘, Schaukeln vor dem Schlafen etc. habe. Dann sagt der Keks „hau ab“, „geh weg“ und ich werde auch regelmäßig gehauen… *seufz* Es ist sehr anstrengend, zumal mich gehauen werden leider triggert und ich noch tiefer durchatmen muss, als ich es in diesen Situationen ohnehin tue.

Ich halte dann ihre Hand kurz fest und sage: „Nein. Es wird nicht gehauen.“ Nur leider interessiert es sie manchmal nicht besonders. Sobald ich loslasse, haut sie wieder. Also wiederholen wir das nochmal und manchmal gehe ich dann einfach einen Schritt weg und überlege mir etwas zur Ablenkung. Bisher funktioniert das dann ganz gut, es sind allerdings insgesamt diese Momente derzeit, die mir die allermeiste Energie rauben. Es ist ganz ganz schwer, das gelassen durchzustehen und ich bin abends oft sehr sehr erschöpft, vor allem emotional.

Ich weiß, dass der Keks nicht mit Absicht haut, um mir weh zu tun, sondern dass es um Grenzen geht, die mangelnde Fähigkeit, Gefühle zu verbalisieren und um das Testen meiner Reaktion; ebenso mangelt es ihr noch an der nötigen Empathie, um die Tragweite zu erfassen. Ich weiß das alles, aber manchmal möchte ich doch wirklich einfach kurz auf einer einsamen Insel sein.

Wie ist das bei Euch? Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

[Im Übrigen habe ich auf Eltern.de einen nützlichen Artikel gefunden.]

Kommentare (2)

  1. In der Schule handhabe ich das so: wenn mich einer der süßen haut oder bespuckt oder sonst irgendwie angeht, entziehen ich mich der Situation. Ich sage deutlich und klar, dass ich dieses verhalten nicht toleriere und stehe auf oder drehe mich um, je nachdem, was die Situation hergibt. Nach einem kurzen Moment frage ich, ob wir ohne hauen weiterspielen können. Bejaht es das kind, spielen wir weiter. Haut es nochmal, stehe ich auf und sage dem Kind, dass es Bescheid sagen soll, wenn es weiter spielen möchte, dann spiele ich gerne mit, nur so eben nicht. Dann gehe ich. Kommt es, weil es weiter spielen möchte, mache ich sofort mit. Ich glaube es ist wichtig, durchschaubar und berechenbar zu bleiben. Und vor allem nicht nachtragend. Ich mache den süßen mit meiner Art in der Situation klar, dass ich sie lieb hab, aber nicht ihr Verhalten. Mit diesem konsequenten Verhalten meinerseits fahre ich sehr gut. Meine Schüler und ich haben ein sehr gutes Verhältnis, so denke ich. Das wichtigste ist wirklich konsequenz und selber Mensch zu bleiben, der keine Gewalt in jeglicher Form hinnimmt. Negatives Verhalten deutlich ablehnen und positives durch Zuwendung bestärken!

    So, mein Wort zum Donnerstag 😄

    1. Ich bin da sehr bei Dir.

      Es gibt nur im privaten Raum ein paar wenige Situationen, denen man sich nicht entziehen kann (da kommt wieder das einsame Insel-Ding). DANN funktioniert ablenken.

      Aber aus dem Zimmer gehen, das hab ich auch schon gemacht und dann kam der Keks auch kurz danach zum Kuscheln und alles war wider gut.

      #esistnureinephase #tschacka

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