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Mein heutiger Gastartikelschreiber möchte anonym bleiben. Ich möchte zu diesem Text gar keine lange Einleitung schreiben und ehrlich gesagt fällt es mir auch sehr schwer. Ich habe nachgefragt, ob der Autor dem Text noch einen Absatz hinzufügen möchte, aber er bleibt so stehen. Für sich.

Danke, dass Du ihn mir geschickt hast. <3


Keine Trauer – keine Erlösung von dem Schmerz?

Ich bin ein Mensch mittleren Alters und weiß seit dem ich 18/19 bin von meinen psychischen Problemen. Auch wenn diese sich bereits früher äußerten und mich sicher generell in meiner schüchternen, ängstlichen Art prägten, so wurde es doch deutlicher, als ich Panikattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln bekam. Außerdem hatte und habe ich Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem mit Nähe und der nötigen Abgrenzung hadere ich oft.

Doch durch therapeutische Hilfe und Medikamente bekam ich alles soweit in den Griff, dass ich dem Alltag nachgehen konnte und mich relativ sicher verankert fühlte.

Was mir derzeit besonders zu schaffen macht, ist der plötzliche Verlust meines besten Freundes und die Trauerbewältigung. So konnte ich bisher nur wenig weinen. Viel mehr verweile ich nach Wochen immer noch im Schockzustand, der kein Ventil bekommt. Ich vermute, dass mich die tief sitzende Angst, aus diesem Loch nicht herauszukommen, von einer tränenreichen Trauerphase abhält. Oder trauert einfach nur jeder Mensch anders?!

Ich bin verwirrt ob dieses Zustands, weiß aber auch, dass ich tief in mir sowieso schon lange einen tiefen Schmerz und eine ebensolche Traurigkeit habe. Das habe ich besonders in meinen Therapiestunden gemerkt, in denen ich vor Heulattacken fast zusammengebrochen bin. Vielleicht ist es tatsächlich die Angst davor, so etwas wieder zu erleben. Noch dazu alleine, ohne Schulter, an die ich mich schmiegen könnte.

Aber er ist nun mal nicht mehr da, mein bester Freund. Meine einzige Konstante in den letzten 14 Jahren. Er lässt eine große Wunde in mir zurück, aber es blutet nicht mal. Kein Blut, keine Tränen…nur erschöpft, willenlos und immer noch wie in Trance.