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Der heutige Gastartikel ist eine schöne Liebeserklärung an den Mann von Mollzi. Aber auch ein Bericht darüber, welche Schwierigkeiten eine Depressionen für eine Beziehung bedeuten. Wie man sich verlieren kann und einsam fühlen, obwohl ein liebender Partner an der Seite ist und welche Anstrengungen man durchlebt. Gemeinsam einsam, dass ist eine zusätzliche Belastung.

Ich wünsche Dir, dass Du gut durch die Zeit kommst. Gemeinsam mit Deinem Mann. <3


Wenn sich die Tür wieder schließt

Ich habe einen ganz wunderbaren Mann. Einen, der selbst weiß, wie das mit Depression ist. Einen, der sich auskennt, der hilft und unterstützt, der versteht und der mich oft wortlos in den Arm nimmt und mich festhält, wenn es einfach nichts anderes zu sagen oder zu tun gibt.

Wenn ich lese, was andere über ihre Depressionen schreiben, fällt mir oft auf, dass sie an Einsamkeit zu leiden scheinen. Dass es keinen Partner gibt, keine Freunde oder keine Familie. Also kann ich mich glücklich schätzen, dass ich diesen Partner an meiner Seite habe, der so verständnisvoll damit umgeht. Den ich sehr liebe und der auch mich sehr liebt, so schwer es mir auch fiel das einzusehen. Und es ist eine ganz wunderbare Beziehung. Nicht immer einfach, manchmal sehr anstrengend, aber sehr schön und liebevoll. Wir verbringen ganz wunderbare Zeit miteinander und wenn es mir aus einem anderen Grund schlecht geht – wenn ich Misserfolge erlebe, krank bin, traurig bin, dann muss ich da nie alleine durch, sondern habe diesen tollen Mann an meiner Seite und fast alles lässt sich ein bisschen besser ertragen.

Aber wenn die Depression kommt und mich wieder mitnimmt, an diesen dunklen, einsamen Ort, dann schneidet sie mich von ihm ab. Dann bin auch ich einsam und keine „Ich bin doch da“- Beschwörung kann mich dann vom Gegenteil überzeugen. Die Gefühle der Einsamkeit sind einfach überwältigend und kein noch so rationaler Gedanke hat dagegen irgendeine Chance. Dieser Mann, den ich so liebe, in dessen wunderschönen blauen Augen ich so gerne versinke, ist mir dann ziemlich gleichgültig. Wahrscheinlich hasst er mich sowieso und angefasst werden will ich dann auch nicht. Umarmungen streichen unbedeutend vorüber und die Distanz ist einfach unüberbrückbar.

Im Moment klopft die Depression ab und zu wieder an, nach einer viel zu kurzen Verschnaufspause voller Leben. Halb fürchte ich mich vor ihr, halb habe ich mich schon damit abgefunden, dass sie mich wieder rauszerren wird aus meinem Leben. Ich schaue meinen Mann zurzeit immer sehr genau an und bin fassungslos bei der Vorstellung, dass wohl bald wieder eine Phase kommen wird, in der wir uns nicht erreichen können, in der unsere Liebe für mich bedeutungslos sein wird und ich versuche, mir so viel wie möglich von all den Gefühlen zu merken, in der Hoffnung, dass ich vielleicht ein bisschen was von all der Liebe mitnehmen kann, an diesen schrecklichen Ort und dass wir beide noch da sind, wenn die Depression sich wieder verzieht.