Schlagwörter

, , , , , , , ,

Es ist nun schon fast vier Wochen her, dass meine Mutter-Kind-Kur endete und ich komme nun endlich dazu, einmal darüber zu schreiben. Die Indikation, die der Beantragung der Kur zugrunde lag war hauptsächlich, dass ich leider ständig wiederkehrende Infekte zu bewältigen hatte, die sich sehr oft auf den Bronchien manifestierten. Was auch daran lag, dass ich, wie ich jetzt weiß, ein leichtes Asthma entwickelt habe. Also reifte irgendwann der Plan, eine Auszeit an der See zu nehmen. Die Kurklinik lag jetzt nicht direkt am Meer, aber die Luft „dort oben“ war trotzdem super und ich habe mir die Nordseeluft trotzdem bei jeder Gelegenheit um die Nase wehen lassen.

Mein persönliches Kurziel war, „in den Sport“ zu finden und bestenfalls etwas, das mir nachhaltig Spaß bereitet und mich in shape bringt. Seit einem Jahr mache ich Yoga, bisher habe ich nichts so lang jemals durchgehalten. Yoga tut mir sehr gut und es hilft auch, die Büroverspannungen zu lösen. Aber es reicht nicht.

In der Kur bekam ich dann ein umfangreiches Sportprogramm aus Stepaerobic, Cardio- und Gerätetraining, Wirbelsäulengymnastik, Aqua Power, Rebounding, Nordic Walking und Pilates verordnet. Darüber hinaus gab es noch Fango und Massage sowie jeden Morgen Kneippsche Güsse. Was ich nie für möglich gehalten hätte, ist eingetreten: Ich hatte außer an Rebounding an allem Spaß. Jeden Tag aufs Neue. Und ich konnte den Schwung, den Elan und den ersten Trainingseffekt tatsächlich (bisher) in die Nach-Kur-Zeit retten. Seit fast vier Wochen bin ich nämlich in einem hiesigen Fitnessstudio angemeldet und wirklich immer, wenn Zeit ist, gehe ich hin. Zusätzlich versuche ich, mein tägliches Schrittziel zu erreichen und wann immer es geht, mich zu bewegen. ALTER! WAS IST DA PASSIERT? Wo ist die No-Sports-hau-ab-mit-dem-Scheiß-Frau von Anfang März, ey?

Was soll ich sagen? Es hat schon Klick gemacht im Kopf und ich bin der Möglichkeit, mich in der Kur drei Wochen lang mit mir selbst und meiner Lebensweise zu beschäftigen zutiefst dankbar. Ohne diese Auszeit hätte es diese Veränderung in meinem Leben nicht geben können. Ich hätte es nicht hinbekommen. Ich wünsche mir so sehr, dass ich da dranbleibe und den Spaß an der Bewegung erhalte.

Die Zeit mit dem Keks in der Kur ist auch etwas, das mir niemand mehr nehmen kann und für die ich sehr dankbar bin. Das war so toll, so viel Zeit miteinander zu haben und einfach mal an einem herkömmlichen Dienstagnachmittag zusammen am Meer zu sitzen. Wir haben so viel tolle Momente gehabt, gute Gespräche, relativ wenig Zank und viel Nähe genossen. Das ist ganz tief in meinem Herzen abgespeichert.

Es waren sehr schöne, wohltuende drei Wochen, obwohl ich nie ausschlafen konnte, essen „musste“, was da war, Toleranz bei den Mitmenschen üben und dann und wann einen abartigen Geräuschpegel ertragen musste.

Ich würde sofort wieder in diese Klinik fahren und kann nur sagen, dass eine solche Kur auch sehr gut präventiv wirkt. Sie sollte nicht erst angestrebt oder bewilligt werden, wenn man als Mutter (oder Vater) bereits auf dem Zahnfleisch geht. Es waren einige Mütter dort, die SO erschöpft waren, dass sie – kaum dass sie einen Erholungseffekt verspürten – schon wieder nach Hause fuhren. Ich finde, so eine Kur sollte jeder Mutter/jedem Vater präventiv einmal im Jahr proaktiv angeboten werden.

Ich für mich kann nur sagen, dass ich einen deutlichen Erholungseffekt verspüre, sich mein Asthma auf einem sehr okayen Level befindet und ich eine tolle Zeit mit netten Kontakten und sehr guten Erfahrungen hinter mir habe.

Danke an alle, die dafür gearbeitet haben. <3